Was ist betroffen,
wenn etwas kippt?

SNAG-View 4-Architektur und Geschäftsprozess-Monitoring

Neu in SNAG-View 4: das Addon Impact Analyzer

02:47 Uhr.
  • Bereitschaftsdienst, mitten in der Nacht: Das Telefon klingelt, ein Service ist CRITICAL.
  • Die Frage: Muss ich jetzt wirklich aufstehen?
  • Welcher Service? Wie wichtig? Was hängt daran? Wer nachts alarmiert wird, muss meist raus.
12:47 Uhr.
Mittagspause.
  • Kern-Prozess gekippt — oder nur ein einzelner Knoten?
  • Essen stehen lassen oder in Ruhe aufessen?
  • Diese Impact-Frage beantwortet der Impact Analyzer.

So denkt SNAG-View 4

Agent /
Telegraf
Metriken
TimescaleDB
Status-
Berechnung
Monitoring
  • Crashkurs Monitoring mit SNAG-View 4 — seit 4.9 (Abschied von der InfluxDB) hat sich unter der Haube einiges geändert.
  • Ein Agent (aktuell Telegraf) fragt die Systeme ab und sammelt Kennzahlen — die Metriken.
  • Die Metriken werden in einer Timeseries-Datenbank gespeichert (aktuell Postgres TimescaleDB).
  • Ein regelmäßiger Hintergrund-Job liest alle seit dem letzten Lauf geschriebenen Metriken und berechnet daraus den Status.
  • Das Ergebnis: ein Monitoring-System.

Vier Begriffe. Mehr nicht.

Device
Sensor
Rating
Interpretation
  • Device — ein physischer oder virtueller Host: Server, VM, Switch, Drucker, Telefon. Alles, was sich abfragen lässt.
  • Sensor — ein Dienst oder eine Hardware-Komponente auf dem Device (Festplatte, RAM, MariaDB, Web-Server). Definiert, welche Metriken gesammelt werden.
  • Rating — bewertet die Daten eines Sensors. Sensor-Status = Worst-State seiner Ratings.
  • Interpretation — legt fest, welche Daten wie interpretiert werden: ab welchem Füllstand WARNING, ab wann CRITICAL. Rating-Status = Worst-State seiner Interpretations.

Der schlimmste gewinnt.

  • Alle Status gehen oben rein — der schlechteste kommt unten raus.
  • Das ist der Worst-State.
  • Er gilt auf jeder Ebene: Interpretation → Rating → Sensor → Device.

Die Rangfolge ist fest. Noch.

OK
WARNING
CRITICAL
NODATA
UNKNOWN
  • Der Worst-State wird über die Kardinalität berechnet — eine Liste, die die Schwere der Status gegeneinander vergleicht.
  • Von harmlos nach schwer: OK → WARNING → CRITICAL → NODATA → UNKNOWN.
  • Aktuell ist diese Liste fest verdrahtet. Das könnte sich bald ändern — mehr dazu in „Planning the future“.

Vom Sensor zum Service.

Webshop
AND
  • Zurück zur Eingangsfrage: Was bewirkt das Kippen eines Sensors?
  • Das ist die Kernfrage des Geschäftsprozess-Monitorings — deshalb heißt das Addon Impact Analyzer.
  • Services und Dienste werden in Beziehung gesetzt: Aus der flachen Liste wird ein Abhängigkeitsbaum.
  • Die Logik, um Objekte zu Gruppen zu verknüpfen, liefern die Operatoren.

Objekt-Status ≠ Node-Status

OK
CRITICAL
OK
WARNING
CRITICAL
NODATA
UNKNOWN
  • Der Status einer Node ist nicht der Status des verknüpften Objekts.
  • Ein Objekt meldet OK, WARNING, CRITICAL, NODATA oder UNKNOWN — eine Node kennt nur OK oder CRITICAL.
  • Pro Node wird definiert, welche Objekt-Status „für den Prozess OK“ sind. Alles andere zählt als CRITICAL.
  • Kein Graubereich, kein Pending: Der Baustein trägt den Prozess — oder nicht.

AND braucht alle — OR reicht einer.

AND — alle müssen laufen
OR — einer genügt
Prozess: OKProzess: CRITICAL
AND
Dienst 1
Dienst 2
Dienst 3
Prozess: OKProzess: CRITICAL
OR
LB 1
LB 2
LB 3
  • Vier Operatoren verknüpfen die Knoten eines Prozesses: AND, OR, XOR und MIN.
  • AND — alle Kinder müssen OK sein, sonst ist der Knoten CRITICAL.
  • OR — mindestens ein Kind muss OK sein (z. B. mehrere Load-Balancer).

MIN: Kippen sehen, bevor es passiert.

Ohne Gefahrenerkennung
Mit Gefahrenerkennung
Prozess: OKProzess: CRITICAL
MIN 2
App-Server 1
App-Server 2
App-Server 3
Prozess: OKProzess: WARNINGProzess: CRITICAL
MIN 2
App-Server 1
App-Server 2
App-Server 3
  • MIN n — mindestens n Kinder müssen OK sein (hier: 2 von 3 App-Servern).
  • Gefahrenerkennung (pro Geschäftsprozess aktivierbar): Sind nur noch genau n Kinder OK, wechselt der Knoten auf WARNING statt direkt auf CRITICAL — die Warnung kommt eine Stufe früher.
  • Mit aktiver Gefahrenerkennung verhält sich auch OR wie MIN 1.

XOR — es kann nur einen geben.

Prozess: OKProzess: CRITICAL
XOR
Aktiv
Standby
  • XOR — exklusives Oder: Genau ein Kind darf OK sein.
  • Typischer Einsatz: HA-Cluster, in denen nur ein Node aktiv sein darf.
  • Meldet plötzlich auch der Standby OK, kippt der Prozess auf CRITICAL.

Wartung zählt als OK. Wenn du willst.

Downtime = OK
Acknowledged = OK
  • Pro Geschäftsprozess einstellbar: Zählen Downtimes als OK? Zählen quittierte Probleme als OK?
  • So verfälschen Wartungsfenster und bereits bekannte Probleme den Prozess-Status nicht.

Simulationsmodus: Was wäre, wenn?

Prozess: OKProzess: CRITICAL
AND
Dienst 1
Dienst 2
Dienst 3
Status simulieren
OK
WARNING
CRITICAL
  • Das Feature, dem das Addon seinen Namen verdankt.
  • Per Switch wechselt ein gespeicherter Prozess in den Simulationsmodus.
  • Für jede Node lässt sich ein temporärer Status setzen — der Prozess-Status reagiert sofort.
  • Prüfen, ob der Prozess richtig gebaut ist und sich so verhält, wie er soll.
  • Durchspielen: Welche Dienste dürfen ausfallen — und wie viele, bis der Prozess wirklich kippt?

Ausblick

Features der nächsten Versionen

Neue Server? Schon drin.
Filter
"web-prod-*"
web-prod-07
web-prod-08
web-prod-09
  • Keine Host-/Servicegruppen — stattdessen Filter, die Objekte nach Eigenschaften gruppieren.
  • Dynamisch: Neue passende Objekte sind automatisch drin.
  • Geplant: Filter als vierte Objekt-Kategorie im Prozess.
Status in der Monitoring-Liste
State-Browser
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  • Ab 4.10.0 tragen Devices/Sensoren, Geschäftsprozesse und SAP-Server eigene Status — bisher in getrennten Listen.
  • Die neue Monitoring-Liste löst den Browser als zentrale View ab: alle Status-Objekte in einer Liste, mit Schnell-Filtern für Typ und Status.
Grafisch auf dem Dashboard
Dashboard-Widget
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  • Ein Dashboard-Widget für Geschäftsprozesse ist geplant — der Prozess-Status direkt auf dem Dashboard.
Alarm bei Status-Änderung
Regelwerk mit Business-Process-Objekttyp
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  • Das Regelwerk der Benachrichtigungen wird überarbeitet: Regeln für mehr Objekt-Typen als nur Sensoren — z. B. Geschäftsprozesse.
  • Dazu bessere Filtermöglichkeiten und eine überarbeitete UI — Ziel: weniger, aber relevantere E‑Mails.

Was ist betroffen, wenn etwas kippt?

Ihr seht es.
Webshop: CRITICAL
AND
  • Der Impact Analyzer bildet Geschäftsprozesse als Abhängigkeitsbaum ab — mit AND, OR, XOR und MIN.
  • Ein Blick zeigt, ob ein Kern-Prozess gekippt ist oder nur ein einzelner Knoten.
  • Beim Mittagessen wissen Sie: losrennen — oder reicht die Zeit noch für den Nachtisch?
Danke.
Feedback und Themen-Priorisierung: Session „Planning the future 2026“.